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Chronik des Karnevals-Verein Wadelheim e. V.

 

Der Karneval wurde in Wadelheim bereits gefeiert, da wurde an dem KVW noch nicht einmal gedacht. Denn vom Karneval der Nachbargemeinschaft Kloddenhook-Bormenhook spricht man schon seit Urururgroßvaters Zeiten. Ja, da ging´s deftig daher; zunächst wurden Eier, Speck, Wurst, kurz alles, was das Westfalen-Herz begehrte, gesammelt, um dann gemeinsam auf einen Bauernhof mit allen Nachbarn zu speisen und Karneval zu feiern. Das sprach sich herum, so dass die Nachbarschaft größer und größer wurde. Zwar wurden weiterhin Naturalien gesammelt (das erledigten die Jungs, während die Mädels schon Kartoffeln schälten), aber man speiste erst am jeweils darauffolgenden Montag in der Gaststätte Stockmann und proklamierte dort den Prinzen des "Karnevals-Königreiches Wadelheim".

 

Die Nachbarschaft wuchs und wuchs, Wadelheim wurde größer und größer, so dass man begann, statt Eier und Speck einen festgesetzten Betrag für das gemeinsame Fest zu sammeln. Hermann Herbers, Franz Plagemann, Bernhard Rauen und August Wewer, die Urväter des KVW, waren des Sammelns irgendwann müde, so dass man sich am 20. Oktober 1970 bei Stockmann mit einigen Jüngeren traf, um zu überlegen, wie es weitergehen solle. Und wie die Wadelheimer nun einmal sind, wurde nicht lange gefackelt und der KVW ins Leben gerufen. Nicht nur das: Die Termine für die nächste Session wurden ebenfalls festgezurrt: Prinzenproklamation, Kartoffelschälen, Frauenkaffee, Wurstessen.  Das alles gab es von Anfang an des KVW. Der Nachbarschaftskarneval hatte mit der Gaststätte Stockmann nunmehr ein Heim und ein eigenen Verein.

 

 

 

 

 

 Ob der überfüllte Saal bei der ersten Prinzenproklamation zurückzuführen ist auf das erste Prinzenpaar, Wilfried I. (Kurk) und Prinzessin Ulla I. (Schulte, heute auch Kurk), darüber munkelt man noch heute. Nichts sollte nun mehr dem Zufall überlassen werden: Man wählte einen ersten Vorstand mit Herbert Suers als Präsidenten, Walter Heilemann als Sitzungspräsidenten, Hermann Herbers als Schatzmeister, Alfons Beckmann und Ludwig Stockmann als Beisitzer und Herbert Berkmann als Pressewart.

 

 Nach der Wahl des ersten Vorstandes beschloss man auf der gleichen Versammlung der Karnevals-Union-Rheine (KUR) beizutreten. Ein schriftlicher Aufnahmeantrag wurde gestellt und die Jahreshauptversammlung der KUR bestätigte die Aufnahme einstimmig. Nun war man KUR-Mitglied und der Meinung, man müsse uns nun überall kennen. Um so erstaunter waren wir, als man in Hauenhorst groß schaute, wer da in schwarzer Hose, weißem Hemd und kleinen blau-weißen Mützen und Fliegen aufmarschierte, sich kühn nach seinen Plätzen erkundigte und dann gefragt wurden, wer wir überhaupt seien. Ein kurzes Gespräch zwischen Alfons Hollefeld und Herbert Suers klärte aber alles auf und so marschierten wir zum ersten Mal als Gäste auf einer fremden Veranstaltung auf. Seit diesem Tage gibt es keine Karnevalsveranstaltung in Rheine, wo nicht Mitglieder des KVW als Gäste zugegen sind. Anstelle der weißen Hemden und der blau-weißen Mützen sind mittlerweile blaue Vereinsjacken mit Wappen und große blau-weiße Karnevalsmützen mit eingesticktem KVW vorhanden.

 

Längst ist Wadelheim zu einer Hochburg des Karnevals in Rheine geworden, längst sind die blauen Vereinsjacken und die blau-weißen Karnevalsmützen des KVW nicht nur in Rheine bekannt. Freundschaftliche Verbindungen pflegt der KVW unter anderem mit dem Bernburger Karnevalsclub e. V. und dem Fürstenauer Rot-Weiß.

 

Das Angebot des KVW wurde im Laufe der Jahre immer vielfältiger, wobei man stets darauf bedacht war, dass das Gemeinschaftsgefühl an erster Stelle steht. So ist der KVW auch heute noch ein Verein, in dem jeder jeden kennt und in dem man mit Toleranz und Offenheit miteinander umgeht und feiert.

 

Wenngleich die Prinzenproklamation noch immer der Höhepunkt des Vereinslebens des KVW ist, bietet der KVW seit Jahren Veranstaltungen an, die das Herz eines jeden Karnevalisten höher schlagen lassen. Beinahe legendär und über die Grenzen der Stadt Rheine bekannt, ist der Wadelheimer Frauenkarneval. Was zunächst als Frauenkaffee begann, entwickelte sich zu einem bühnenreifen Frauenkarneval. Der Kinderkarneval ist genauso ein fester Bestandteil des jährlichen Programms des KVW wie das traditionelle Wurstessen. Die jährlichen Vereinsfeste dürfen ebenso wenig unerwähnt bleiben wie die vom KVW veranstaltete Fahrt ins Blaue und der Tanz in den Mai. Auch auf den Veranstaltungen der KUR, dem Karnevalsauftakt am 11.11., der Proklamation des Stadtprinzen, dem Rathaussturm und dem Rosenmontagsumzug sind die Wadelheimer nicht mehr wegzudenken.

 

In Wadelheim wird nicht nur gefeiert, sondern auch in jedem Jahr ein Wagen gezimmert. Der Wagen des KVW gehört längst zum festen Bestandteil des Rheiner Rosenmontagsumzuges.

 

Weit über Rheine hinaus war der KVW auch durch seine Tanzgarde bekannt geworden, die sich inzwischen zu einem eigenen Verein gemausert hat. Die Zahl der Meisterschaften, an denen die Tanzgarde teilgenommen und auf denen sie Preise errungen hat, ist kaum noch zu zählen.

 

 

 

 

 (Quelle: Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum des KVW)

 

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